Flieger aufs Band

Geräuschaufnahmen für’s Hörspiel (1)

Schon als Kind war ich ein Flugzeugnarr. Leider habe ich es bis heute nicht geschafft, den Flugschein für Segelflugzeuge zu machen. Aber das hole ich irgendwann sicher nach. Meine Leidenschaft zum Fliegen kommt jedoch auch noch ganz woanders zum Tragen:

Denn nicht nur bei Indy, Tim & Struppi und Co. sind die Flugzeuge ein wichtiges Element ihrer Abenteuer. Nein, auch viele Szenen des Hörspiels »Weltenbummler und Meisterdiebe« beinhalten Fluggeräte. Natürlich keine großen Lufthansa-Verkehrsmaschinen, sondern zweisitzige Propellerflieger. Es wird richtig viel geflogen, während die Meisterdiebe sich in ihren Abenteuern von einem Coup zum nächsten befördern. So sollt Ihr als Zuhörer die Helden auf ihren spannenden Flügen begleiten und Euch selbst wie an Ort und Stelle fühlen. Damit Ihr Euch da richtig reinversetzen könnt, braucht es natürlich authentische Hintergrundgeräusche. Und da ich Euch nicht einfach was vormachen möchte, sind meine Aufnahmetechnik und ich für Euch geflogen.

So durfte ich einen Tag mit der Messerschmitt Flugsportgruppe am Flugplatz Ingolstadt verbringen und bekam die Möglichkeit, das Schleppflugzeug des Vereins umfassend aufzunehmen. Dieses zweisitzige Schmuckstück hört auf den Namen Piper PA-18 und war in seiner ursprünglichen Version ein militärisches Schul- und Aufklärungsflugzeug in den USA. Es ist sogar das erfolgreichste Modell in seiner Klasse: Während der Produktionszeit von 1949 bis 1994 wurden über 10000 Exemplare ausgeliefert. Das Exemplar der Messerschmitt Flugsportgruppe hat dabei nicht nur eine auffallend hübsche Bemalung erhalten, sondern auch einen fast doppelt so leistungsfähigen Motor wie das Basismodell. Mit einem Lycoming O360 mit 180 PS, aber gerade mal einem Leergewicht von knapp 400 kg hat die Maschine ausreichend Kraft, um mühelos die fast genauso schweren Segelflieger in die Luft zu transportieren. Und der wichtigste Vorteil der Motorisierung ist für mich: Sie klingt äußerst ansprechend. 😉

Nach einigen Aufnahmen vom Boden und diversen Starts- und Landungen, lade ich meine Technik in die Maschine. Der Innenraum ist jedoch so schmal, dass mein Mikrofonaufbau in den hinteren Teil nicht reinpasst. Eine kleinere Mikrofonschiene habe ich zum Glück dabei. Und so stopfe ich den Aufbau mit vier Mikrofonen noch gerade so in das Cockpit. Daraufhin falte ich mich in den Flieger auf den hinteren Sitz sowie mein Pilot Alex vor mir. Er erklärt mir kurz alles und startet darauf den Motor. Daumen hoch – dann geht es auf die Startbahn. Das monotone Brummen des Motors wird dabei kräftig und sonor und die Maschine gibt richtig Schub. Wir steigen. Trotz der Enge zwischen den Mikrofonen und dem Pilotensitz fühle ich mich irgendwie befreit. Da die Maschine ein Schulterdecker ist, also die Tragflächen über der Haube hat, habe ich einen 360 Grad Rundumblick. Das Wetter ist traumhaft an diesem Oktobersonntag, die Weitsicht kaum getrübt.

Als wir auf Flughöhe sind wird der Motor wieder deutlich leiser und auch monotoner. Er hat jedoch einen äußerst angenehmen Bass, der sehr beruhigend klingt. Mithilfe eines abgeschirmten Kopfhörers mit Mikrofon kommuniziere ich mit Alex und kann auch den Flugfunk mithören. Allerdings bedarf es einiger Übung diesen zu verstehen – aber genau deshalb gibt es ja das so genannte Sprechfunkzeugnis und das Fliegeralphabet, das auch im Hörspiel »Weltenbummler und Meisterdiebe« eine kleine Rolle spielt. Nach einigen schönen Momenten über der Ingolstädter Donauebene und den wuchtigen definierten Klängen der Piper landen wir auf dem Asphalt der Startbahn. Ich habe nun alles im Kasten, um dem Hörspiel alle erdenklichen Flugzeugklänge verpassen zu können.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei den Mitgliedern der Messerschmitt Flugsportgruppe bedanken, die diese fantastischen Aufnahmen ermöglicht haben: Allen voran Sabine und meinem Piloten Alex und auch Simon, der mir als Chaffeur zur Verfügung stand. Wer sich mal über den Verein schlau machen möchte, bzw. plant, in Zentralbayern seinen Segelflugschein zu machen, sollte sich mal hier umschauen:

http://www.messerschmitt-info.de/

Hier gibt es einige Eindrücke von der Aufnahme:

Und wer möchte, kann auch schon mal reinhören, was ich im Flieger aufgenommen habe: (Ausschnitte: Start, Takeoff und Landung):

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