Weltenbummler und Meisterdiebe kann man jetzt bestellen

Hallo zurück!

Der Release ist erfolgreich gestartet. Nach einem wunderschönen Abend in der Zeche Carl, zu dem es auch noch diese Woche ein Video geben wird, ist das Machwerk nun endlich auch bestellbar – noch pünktlich vor Weihnachten: Wer ein Exemplar auf CD ordern will, der kann dies direkt auf dieser Seite tun – für 25 Euro pro CD-Box (5 CD – insgesamt sechs Stunden Hörspiel – also quasi eine komplette „Staffel“) inklusive Versand, auf Rechnung oder einfach via PayPal:

Hier geht’s direkt zum Bestellformular

Leider dauert es wohl noch einige Tage, bis auch die Bestellung als Download funktioniert. Das Hörspiel wird dann voraussichtlich in fünf verschiedenen Downloadportalen für 16,99 angeboten, darunter wahrscheinlich Audible und iTunes.

Wer also noch ein kleines Weihnachtsgeschenk sucht, der sollte sich das Hörspiel mal anschauen. Wenn die oder der zu Beschenkende also auf Hörspiele, Abenteuergeschichten, Animes, Final Fantasy, Luftschiffe, Jules Verne, Studio Ghibli oder klassische Jugendbücher steht,  dann kommt »Weltenbummler und Meisterdiebe« durchaus in Frage. Es ist etwas Besonderes – ein sechs Stunden langes fünfteiliges Meisterdiebe-Abenteuer auf der Überholspur mit einem maßgeschneiderten, orchestrierten Soundtrack, einer traumhaften Sprecherbesetzung und einer vielfältigen, abwechslungsreichen und tiefgründigen Handlung. Verpackt in einer wunderhübschen CD-Box mit aufklappbarer Stecktasche und fünf schön gestalteten CDs. Dazu noch ein 32seitiges Booklet mit haufenweise Hintergrund-Infos zur Story, den Charakteren und natürlich einem Blick hinter die Kulissen der Produktion.

Also überlegt es Euch! Ein Besonderes Geschenk an Eure Freunde oder Euch selbst, das noch keiner hat!

Weltenbummler live!

Es ist so weit. Die CDs verlassen das Presswerk in Kürze und das Live-Hörspiel ist schon nächste Woche!

Für nur 10 Euro könnt Ihr einen unvergesslichen Abend erleben und Euch die Vorgeschichte live dargeboten von den Hauptrollensprechern und einem Geräuschemacher anschauen. Zudem wird der Autor kurz etwas darüber erzählen.

Am 5.12.2017 um 19:30 Uhr geht’s los: In der Kaue der Zeche Carl in Essen Wilhelm Nieswandt Allee 100, Essen).

Karten im Vorverkauf (10 Euro) erhaltet Ihr direkt bei der Zeche Carl (Wilhelm Nieswandt Allee 100, Essen), beim Folkwang Shop (Heckstraße 10, Essen), an der Abendkasse oder Ihr könnt Sie Euch auch per E-Mail an der Abendkasse zurücklegen lassen (Unter info@enigmasound.de eine E-Mail schreiben, wie viele Karten benötigt werden).

 

Weitere Infos zur Veranstaltung findet Ihr hier:

Die Seite zur Veranstaltung

Jetzt brauchen wir Eure Hilfe und Euer Bestes…

…Euer Geld… 😃

Die Produktion des Hörspiels ist nun zu ca. 80% abgeschlossen (Sprachaufnahmen zu 90%). Damit bewegt sich das Hörspiel im Zeitplan und kann sehr wahrscheinlich am 5. Dezember erscheinen. Damit das allerdings klappt, brauchen wir noch dringend Eure Hilfe, denn das fertige Hörspiel muss noch auf CD gepresst werden.

Dazu erscheint eine schicke CD-Box mit fünf Scheiben, auf denen die sechs Stunden Abenteuer untergebracht sind. Diese werden mit wundervollen Artworks verziert, die unsere Illustratorin Andrea Schagalkowitsch zeichnet. Neben einer praktischen Stecktasche liegt dem ganzen Hörspiel auch noch ein dickeres Booklet bei, in dem Ihr sowohl alle Hintergrund-Infos über die Story und die Charaktere nachlesen könnt sowie einen Einblick in die Entstehung und wunderbare Artworks erhaltet. Und wer die CD-Produktion jetzt im Crowdfunding (das bis einschließlich zum 15.11. läuft) unterstützt, wird sogar seinen Namen darin lesen können.

Ihr könnt im Crowdfunding die CD, bzw. den Download vorbestellen, aber auch noch zusätzlich andere tolle Dinge bekommen (wie zum Beispiel die limitierten Eintrittskarten zum Live-Hörspiel der Vorgeschichte am 5. Dezember abends in der Zeche Carl in Essen).

Dazu müsst Ihr Euch zuallererst auf der Startnext-Crowdfunding-Plattform registrieren. Dann wählt Ihr aus, welchen Betrag Ihr in das Hörspiel investieren wollt und wählt dafür auch eine oder mehrere Belohnungen aus (bei Startnext Dankeschöns genannt), die Ihr dafür haben wollt. Dafür müsst Ihr auch noch Zahlungsdaten angeben – aber nur wenn das Crowdfunding erfolgreich ist – also die Mindestsumme erreicht ist, wird Euch das Geld auch abgebucht. Dafür gibt es dann natürlich die ausgewählten Belohnungen.

Wichtig ist vor allem, dass genug Unterstützer zusammenkommen, um die 7000 Euro Mindestsumme zu finanzieren. Diese wird ausschließlich für die Herstellung der Verpackungen und CDs benötigt. Je höher der Betrag wird, desto mehr Besonderheiten gibt es: Sollten 8500 Euro gesammelt werden, so wird es einen Live-Stream zum Live-Hörspiel am 5. Dezember 2017 abends in der Zeche Carl geben. Kommen am Ende sogar 14 000 Euro bei rum, so werden wir die Zusatzepisode »Das Goldschiff der Inka« produzieren. Auf der Crowdfunding-Seite könnt Ihr aber alles genau sehen:

Hier geht es zum Crowdfunding

Das Projekt wird kuratiert von IDE Chancenkapital (Das Kompetenzzentrum für Innovation und Unternehmensgründung der Universität Duisburg Essen) https://www.startnext.com/pages/ide

 

Bitte spendet und teilt die Crowdfunding-Kampagne, damit »Weltenbummler und Meisterdiebe« erscheinen kann. Ihr werdet es nicht bereuen!

 

  • Sechs Stunden spannendes Abenteuer-Hörspiel
  • 120 mitwirkende Sprecher und Musiker
  • Allerlei liebenswerte und ein paar skurrile Charaktere
  • Maßgeschneiderter Sound-Track, eingespielt komplett mit Instrumenten
  • Lebendige Geräusche vom Geräuschemacher
  • Durchweg tolle und bekannte Sprecher, darunter Joscha Fischer-Antze, Martin Heckmann, Götz Otto, Luisa Wietzorek und viele weitere (eine genaue Liste wird später bekannt gegeben)

Demo-Episode

Es ist so weit. Die fünfzehnminütige Demo-Episode ist fertig und kann auf SoundCloud angehört und sogar runtergeladen werden.

Die Demo-Episode ist kein Teil des eigentlichen Hörspiels, ergänzt dieses aber.

 

Demnächst startet die Crowdfunding-Kampagne, damit das fast fertige sechs stündige Hörspiel endlich auf CD gepresst und veröffentlicht werden kann.

 

Wer noch einmal eine kurze Zusammenfassung über die Realisierung des Hörspiels »Weltenbummler und Meisterdiebe« sehen will, kann dies in dem zweiteiligen Fernsehbeitrag des NRWision-Magazins FLUX tun, der das Unterfangen in kompakten 13 Minuten zusammenfasst:

 

Teil 1:

Teil 1 – dauert 6 Minuten, wurde am Montag, den 5.6.2017 in NRWision ausgestrahlt. Es geht darin um:

1. Der Hintergrund über das Hörspiel und die Idee

2. Die Geschichte und Handlung kurz vorgstellt – 1:38

3. Sprachaufnahmen im Team – 2:10

4. Beim Geräuschemacher 4:09

5. Ausschnitt aus der Demo-Episode 5:24

Link zur vollständigen Sendung:

Hier geht’s zur FLUX-Sendung

 

 

Teil 2:

Teil 2 – dauert 7 Minuten, wurde am Montag, den 24.7.2017 in NRWision ausgestrahlt. Es geht darin um:

1. Weitere Arbeitsschritte

2. Die Musikproduktion kurz vorgestellt – 0:40

3. Computer vs. Orchester – 1:49

4. Messe-Vorbereitungen 3:15

5. Die HÖRMICH in Hannover 3:56

6. Vorbereitung des Crowdfundings 6:56

Link zur vollständigen Sendung:

Hier geht’s zur FLUX-Sendung

 

Wir hoffen, dass im Laufe des morgigen Tages die Finanzierungsphase für das Crowdfunding beginnen kann. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

 

 

Den richtigen Ton treffen

Die Musikaufnahmen von »Weltenbummler und Meisterdiebe« zum Anfassen!

Es kostet Mut, sich vor dutzende Musiker zu stellen und eine Aufnahme zu leiten. Es kostet Mut, wenn man die Musik auch noch selbst geschrieben hat. Es kostet Mut, auch die eigenen Hände zum Dirigieren zu verwenden. Und doch ist es, so glaube ich, der Traum von vielen, dass ihre eigene Musik einmal von einem echten Orchester erklingt. Und dieser Traum ist es absolut wert, diese Erfahrung zu machen.

Nun besitzt ja nicht jedes Computerspiel, jeder Film oder jedes Hörspiel einen mit Musikern eingespielten Soundtrack. Entweder aus ästhetischen oder aber auch aus Kosten- und Zeitgründen. Und weil Musik aus dem Computer mittlerweile sehr echt klingen kann. Dennoch ist gerade bei einem klassischen Abenteuer mit fantastischer Note wie »Weltenbummler und Meisterdiebe« die Lebendigkeit seiner Komponenten, also Sprecher, Geräusche oder aber auch Musik gefragt. Da die Musik auch an ein paar Stellen im Vordergrund steht, ist es wichtig, hier das beste und lebendigste Resultat zu erzielen. Die Musiker erwecken den Soundtrack zum Leben. Gerade die, mit denen ich zusammenarbeite, legen so viel Herzblut in ihre Interpretation, dass der Unterschied zur Computer-Version sehr deutlich ausfällt und die Musik nun richtig anfängt zu leben.

Bis zum fertigen Soundtrack ist jedoch eine ganze Menge an Arbeitsschritten notwendig. Da das Komponieren auch seine Zeit braucht, fange ich schon so früh wie möglich an. Dabei sammele ich, während die Geschichte geschrieben wird, schon erste musikalische Ideen. Meistens sind das kleine Abschnitte, die sich entweder auf ganz spezielle Szenen oder bestimmte Charaktere beziehen. Diese kleinen Entwürfe notiere und sammle ich und manchmal simuliere ich schon Teile mit virtuellen Instrumenten am Computer, um zu hören, wie es einmal klingen könnte.

Sobald das Dialogbuch fertig ist, mache ich eine Dramaturgie-Skizze. Dabei entwerfe ich neben den verschiedenen »Spezial-Sounds« auch einen differenzierten Musikablaufplan. Das bedeutet, ich schaue, welche Szenen von wo bis wo mit Musik unterlegt werden oder wo sonst noch Musik hin soll. Dann krame ich meine Musikentwürfe hervor und schaue, wie ich die musikalischen Ideen am besten verarbeite. Dabei entstehen schon Pläne zur Besetzung. »Weltenbummler und Meisterdiebe« wird nicht durchgehend mit einem vollen Orchester besetzt, sonst würde die Musik das Hörspiel erschlagen. Es ist eine verspielte Abenteuergeschichte, weshalb ich auf die volle Orchestrierung natürlich eher selten zurückgreife. Bei epischeren Geschichten wie Troja oder Gladiator würde das anders aussehen. Natürlich werden einzelne Instrumentengruppen häufiger verwendet, andere seltener. Häufig werde ich weniger Instrumente gezielt einsetzen. Dabei ist vor allem noch zu sagen, dass ich an vielen Stellen ein spezielles folkloristisches Ensemble aus Slowenien, bestehend aus Tamburica, Geige, Hackbrett und Zither nutzen werde, um die Musik unverwechselbarer zu machen. An anderen Stellen werden Musiker im Popmusikstil der 50er und 60er Jahre einspielen. Wichtig ist vor allem, dass die Musik die Handlung unterstützt, die Stimmung der Szenen einfängt und sich nicht in den Vordergrund spielt. Aus diesem Grund besetze ich die jeweiligen Musikstücke immer passend zur Handlung.

Wenn alle Dialoge einer Szene eingesprochen sind und diese im Timing angepasst wurden, nehme ich die Schnittfassung, um die Musik darauf maßzuschneidern. Dafür nutze ich die Software Logic, die zum Komponieren gedacht ist. Hierfür habe ich eine riesige Auswahl an sehr guten virtuellen Instrumenten. Ich kann mithilfe eines MIDI-Keyboards die Stimme jedes einzelnen ausgewählten Instruments zur Szene einspielen. Je nach Timing passe ich mir das Tempo des Metronoms an und spiele dann Stimme für Stimme ein. Dabei ändere ich oft noch vieles an der jeweiligen Besetzung oder der Stimmführung. Würde ich nun keine Aufnahme mehr planen, müsste ich noch einmal Note für Note aller eingespielten Instrumente anpassen. Somit kann ich die Spielweise eines echten Instrumentes recht gut simulieren. Allerdings wird zum flüssigen Arbeiten auch ein sehr flotter PC benötigt, da die Datenmengen der virtuellen Instrumente enorm sind. Im Anschluss könnte ich dann dieses Arrangement ausspielen und der Soundtrack für die Szene wäre fertig.

Für »Weltenbummler und Meisterdiebe« schreibe ich jedoch im nächsten Schritt Noten. Die Partitur erstelle ich mit einem Notensatzprogramm, das mir dann auch die Einzelnoten für jedes Instrument ausspuckt. Praktisch! Aber trotzdem viel Arbeit. Danach heißt es vor allem organisieren. Alle Musiker zusammentrommeln und die Noten verteilen, Räumlichkeiten mieten… In der Regel nehme ich nie alle Musiker gleichzeitig auf, da manche entweder keine Zeit haben oder ich bestimmte Instrumente lauter oder leiser brauche, als es im gemeinsamen Spielen möglich ist. Jede Instrumentengruppe hat zwar ihr eigenes Mikrofon, aber auch hier kann ich nur bis zu einem gewissen Grad nachjustieren. Allerdings versuche ich immer, möglichst viele Musiker zusammenzufassen, da Sachen, die zusammen gespielt werden, deutlich homogener und somit schöner klingen.

Schließlich nehme ich manche Musiker und einzelne Gruppen im Nachhinein auf das Playback der bereits eingespielten Instrumente auf. Jeder bekommt dazu einen Kopfhörer, damit sie synchron zum Metronom oder zum Playback spielen. Sind alle Instrumente eines Stückes eingespielt, geht es noch an den Schnitt und an die Mischung. Die nachträglichen Instrumente müssen dabei noch mit Hall versehen werden, damit sie ihren entsprechenden Platz im Orchester finden.

Im folgenden Video kann man anhand der Titelmelodie von »Weltenbummler und Meisterdiebe« sehr schön sehen und hören, wie so eine Aufnahme abläuft und wie toll die Musiker klingen, die an diesem Hörspiel mitwirken.

Die große Geräuschbühne

»Weltenbummler und Meisterdiebe« bekommt eigene Foley-Aufnahmen (Kein Aprilscherz!!!)

Da ein Hörbuch traditionell »nur« eine Lesung beinhaltet, genügt hier ein einzelner Sprecher. Dieser muss überzeugend den Inhalt eines ganzen Romans vorlesen, was je nach Umfang auch schon mal dauern kann. Das Hörspiel dauert in der Regel deutlich kürzer – ist aber trotzdem aufgrund seiner vielen Arbeitsschritte wesentlich aufwendiger in der Produktion. Denn es sind nicht nur die verteilten Rollen, welche das Hörspiel vom Hörbuch unterscheiden. Und dabei meine ich noch nicht einmal die Musik, denn Hörspiele gibt es ja auch komplett ohne Musik. Aber dennoch muss die Lebendigkeit des Geschehens eingefangen werden.

Dazu gehören zum Beispiel auch verschiedene Raumakustiken, die wegen der direkt aufgenommenen Sprecher nachträglich entstehen müssen. Oder die Hintergrundgeräusche – womit sich ja bereits zwei Artikel in diesem Blog beschäftigen. Und wo wir gerade bei Geräuschen sind: Auch die handelnden Figuren machen Aktionsgeräusche: Seien es Schritte, das Öffnen von Türen und Fenstern oder das Zerreißen von Papier: Und genau diese sind es, die ebenfalls einen wichtigen Anteil zum Klangbild leisten und niemals fehlen dürfen.

Denn im Grunde verhält sich der Ton eines Hörspiels analog zum Ton eines Films. Doch da es nicht mal ein Bild gibt, ist die Geräuschkulisse umso wichtiger. Sonst kann man sich nämlich nicht mal vorstellen, was gerade passiert. Dabei wäre es möglich, sämtliche Geräusche aus einer Sound-Bibliothek, also einer vorgefertigten Sammlung zu ziehen und diese dann so lange zu bearbeiten, um das Geschehene zu simulieren. Solche »Sound-Bibliotheken« gibt es heutzutage zuhauf im Internet – mitunter sogar kostenlos. Die Qualität ist dabei oft wechselnd. Außerdem sind es immer wieder die gleichen Geräusche, die auch in vielen TV-Serien und Hörspielen Anwendung finden. Entweder passen sie nicht genau auf die handelnden Rollen oder man hat sie schon tausendmal gehört. »Weltenbummler und Meisterdiebe« geht dabei einen anderen Weg: Und zwar den Weg, den auch aufwendigere Produktionen aus Film und Fernsehen gehen: Die Aktionsgeräusche werden eigens auf das Hörspiel zugeschnitten – mitunter von einem Geräuschemacher.

Natürlich kann nicht jede Handlung selbst vertont werden: Schüsse oder Explosionen werden beispielsweise tatsächlich zugekauft. Für das Hörspiel werden nämlich Schüsse aller Art, auch die von Maschinenpistolen benötigt. Diese in Deutschland aufzunehmen ist aus berechtigten Gründen nahezu unmöglich. Aber der überwiegende Teil der anderen Geräusche wird – genau wie bei den Hintergrundgeräuschen – tatsächlich selbst gemacht. Neben meiner Wenigkeit kann ich auf die Unterstützung meines Dortmunder Kollegen Arno zählen. Im Gegensatz zu mir ist er auf dem Gebiet der Geräusche Profi. So wird der überwiegende Teil, besonders die Schritte, auch von Arno in Dortmund aufgenommen.

Dafür steht eine so genannte »Foley-Stage« zur Verfügung: eine akustische Bühne der verschiedensten Handlungsgeräusche, benannt nach dem legendären Geräuschemacher der Universal Studios, Jack Foley. Um die verschiedenen Schritte aufzunehmen, stehen mehrere Kacheln mit unterschiedlichen Bodenbelägen wie Kies, Holz, Teppich oder Stein zur Verfügung. Diese bekommen aus nächster Nähe ein hochwertiges Mikrofon an die Seite gestellt und dann simuliert der Geräuschemacher oder »Foley-Artist« mit einem Fuß Gehen, Schleichen, Rutschen, Bremsen, Laufen, Rennen und alle diversen Gangarten. Dabei tritt er auf der Stelle. Denn es ist wichtig die Schritte gleichmäßig am Mikrofon aufzuzeichnen, damit sie später vollkommen frei platziert werden können.

Komisch sieht es schon aus, wenn Arno die ganze Zeit den Fuß am Platz bewegt. Allerdings ist es auch gar nicht so einfach, dass alles realistisch klingt, wenn man auf der Stelle tritt. Arno ist dabei speziell ausgebildet und simuliert mit einem Fuß exakt die entsprechenden Bewegungen. Er weiß genau, wie lange sich ein Fuß in der Luft befindet und wie dieser abgesetzt wird. Im Gehen befinden sich nämlich nie zwei Füße gleichzeitig am Boden, daher ist es möglich, alle erdenklichen Gangarten mit einem einzigen Bein zu simulieren.

Arno bekommt bereits die fertig geschnittenen Dialoge, damit er sich genau an die Performace der Sprecher anpassen kann. Vor jeder Szene besprechen wir genau den Ablauf: Welcher der Charaktere bewegt sich mit welchem Schuhwerk in welcher Geschwindigkeit an welche Stelle? Im Anschluss können wir die Szene auch schon aufnehmen: Mein Kollege stimmt alle Schritte genau auf die jeweilige Figur ab – so kann der Zuhörer das Hörspiel deutlich hautnaher erleben, als wenn die Schritte aus irgendwelchen Sound-Bibliotheken stammen und irgendwie mehr oder weniger passend hingeschoben werden.

Wer Arno bei seiner Arbeit und mir bei meinen Versuchen, Geräusche auch auf eher ungewöhnliche Weise zu erzeugen, über die Schulter schauen möchte, möge sich gerne das oben gepostete Making-Of-Video zum Thema Foleys anschauen, wenn er es nicht schon getan hat.

APRILSCHERZ: Renaissance der Wachswalze

»Weltenbummler und Meisterdiebe« erscheint auch für den Phonografen

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Bildquellen: Phonografenwalze mit Verpackung links (File: Edisonblank.jpg) und Phonograf rechts (File: EdisonPhonograph.jpg): Rechteinhaber – Norman Bruderhofer (Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Phonatic und  http://www.cylinder.de), lizensiert unter der CC BY-SA 3.0-Lizenz:  https://www.creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de. Durch Freistellen und Collage verändert.   (Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Phonograph#/media/File:Edisonblank.jpg und http://de.wikipedia.org/wiki/Phonograph#/media/File:EdisonPhonograph.jpg)

(Lizenzhinweise Bild oben: Norman Bruderhoferwww.cylinder.deEdisonblank, Freistellung und Collage, CC BY-SA 3.0 und Norman Bruderhoferwww.cylinder.deEdisonPhonograph, Freistellung und Collage, CC BY-SA 3.0)

Hierbei hat es sich um einen Aprilscherz gehandelt:

(Oder wie es auf Neu-Deutsch heißt: „This is fake news!“ 😀 )

»Weltenbummler und Meisterdiebe« erscheint natürlich nicht für den Phonografen. 😉

Es wird aber voraussichtlich am 5.Dezember diesen Jahres auf CD und als Download erscheinen. Das »Thomas-Alva-Edison-Institut« in Marl und »Lucas Walter Madison« sind hingegen vollkommen frei erfunden.

Es gibt immer wieder »Retro-« Bewegungen. So schätzte man eine Zeit lang Einrichtungsgegenstände, die an ein 50er-Jahre-Design angelehnt waren oder es erscheinen auch auf den Hi-End-Konsolen, wie der Playstation 4 Computerspiele mit Pixelgrafik. Auch im Bereich der Tonträger gibt es seit Jahren wieder eine kleine, aber stetig wachsende Bewegung, die die Vinylschallplatte der CD oder gar der MP3-Datei vorzieht. Auch die Kompaktkassette könnte nach aktuellen Studien wieder aufleben. Doch nun erfährt etwas noch viel älteres seine Wiedergeburt. Das wirkt gerade in unseren modernen Zeiten wirklich antiquiert. Wenn nicht sogar steinzeitlich. Und trotzdem wächst auch hier die Anhängerschaft gerade stark: Die Rede ist vom Edison-Phonografen, der allerersten kommerziell genutzten Tonabspielmaschine.

Die Tonträger, die diese Maschine wiedergibt, sind Wachswalzen, in die der Ton, ähnlich wie bei einer Schallplatte, in Rillen eingraviert wird. Diese werden von einer Nadel abgetastet, die durch die eingravierten Rillen in Schwingung versetzt wird. Am Ende befindet sich noch ein Trichter, der die Schallschwingungen verstärkt.

Eine simple, wenngleich auch sehr zuverlässige Methode, um Aufnahmen abzuspielen und zu erhalten. MP3-Dateien, aber auch CDs benötigten nämlich immer eine Software, denn sie enthalten nur Einsen und Nullen. Diese müssen »übersetzt« werden, damit daraus Töne werden, meint der anerkannte Forscher des Thomas-Alva-Edison-Instituts in Marl, Lukas Walter Madison. Da Computer und Software sehr kurzlebig seien und die meisten Dateiformate nach einigen Jahrzehnten nicht mehr unterstützt würden, komme hier das »digitale Vergessen« zum Tragen: Man könne einfach nicht mehr sicher sein, dass sich die MP3s auch in zwanzig Jahren noch wiedergeben ließen. Eine Phonografenwalze hingegen könne man auch nach 1000 Jahren immer noch abspielen, vorausgesetzt, man legt sie nicht in die Sonne. Außerdem sei die Schallaufzeichnung und die Wiedergabe viel direkter. Man müsse den Klang nicht über tausend Umwege erst erzeugen, er sei schon da – im Klartext auf der Walze. Und genau das schätzen auch die Anhänger der Phonografen-Bewegung.

»Weltenbummler und Meisterdiebe« ist somit das erste Langhörspiel, welches neben seiner Veröffentlichung auf CDs und als Download auch auf Phonografenwalze veröffentlicht wird. Dank der Unterstützung des Thomas-Alva-Edison-Instituts in Marl ist es nun möglich: So wird zum Erscheinungstermin auch die 120 Phonografen-Wachszylinder umfassende »Retro«-Variante von »Weltenbummler und Meisterdiebe« erhältlich sein. Diese wird speziell gemastert, um trotz der etwas reduzierten Dynamik, dem eingeschränkten Frequenzspektrum und dem Monoton des Phonografen eine makellose Figur abzugeben. Sie ist aber inhaltlich identisch mit der CD-, bzw. MP3-Variante des Hörspiels. Allerdings fallen bei Amazon leider auch für »Prime-«Kunden Versandgebühren an, da die 120 Wachszylinder nicht in einem einzigen Karton verschickt werden können. Dafür kommen Besteller in den Genuss der so genannten »Auto-Rip«-Funktion. Das bedeutet, sie erhalten den MP3-Download des Hörspiels kostenlos dazu.

Für alle Phonografen-Fans, die »Weltenbummler und Meisterdiebe« auf ihrem Edison-Abspielgerät genießen möchten und eines der streng limitierten Exemplare ergattern wollen: Aktuell ist der Artikel bei den Online-Händlern leider noch nicht gelistet. Er kann aber bereits <<Link entfernt: Am ersten April wurde man hier auf die Auflösung des Aprilscherzes verlinkt>> vorbestellt und sich somit gesichert werden.

Sprachaufnahmen

Die Diebesgilde stellt sich im Studio vor

Ninus, Julius, Merva, Fanta und Arthur – so lauten die Namen der Hauptfiguren und Mitglieder der Diebesbande, um die sich »Weltenbummler und Meisterdiebe« dreht. Um den Figuren auch den passenden Charakter zu verleihen, werden die Stimmen benötigt, die sowohl auf die jeweilige Rolle passen, als auch die entsprechende Lebendigkeit besitzen. Die Suche nach den passenden Sprechern verlief sehr glücklich und im folgenden Video stellen sie sich vor. Zudem gibt der folgende Artikel ebenfalls kurz Auskunft über die einzelnen Diebe.

Achtung: Die Musik im Hintergrund ist nicht die Musik, die im Hörspiel vorkommt, sondern dient rein zur Untermalung des Making-Of-Videos. Die Musik für das Hörspiel wird speziell und maßgeschneidert komponiert und mit einer Gruppe von Musikern eingespielt. So weit ist die Produktion aber noch nicht fortgeschritten. Einer der nächsten Beiträge wird sich auch um die Musik widmen.   

Wie bereits im letzten Beitrag erwähnt wurde, lebt die titelgebende Kunst-Diebesbande auf einem fliegenden Schiff, das sich auf einem nahezu unzugänglichen Bergsee versteckt hält. Die einzelnen Mitglieder der Diebesbande sind:

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Die Diebesbande (links) und der neue trigonische Präsident »Rasputin« (rechts) Zeichnungen: Andrea Schagalkowitsch

Ninus, ein 17jähriger Waisenknabe, zeichnet sich durch seine große Hilfsbereitschaft und seinen trockenen Humor aus. Er ist ein ausgesprochen begabter Kunstfälscher, der autodidaktisch die gängigsten Maltechniken erlernt hat. Durch sein fotografisches Gedächtnis behält er auch in jeder noch so verzwickten Lage den Überblick. Ninus ist ein überwiegend sehr euphorischer Charakter und Leute, die ihn nicht kennen, neigen dazu, ihn überheblich zu finden. Außerdem ist er versessen auf verschiedene Kunstwerke; sein Ehrgeiz bringt ihn manchmal aber in missliche Lagen.

Julius ist ein Planungsgenie und seine Recherchen sind hieb- und stichfest. Im Gegensatz zu seinem euphorischen Kumpel Ninus ist der 16jährige sehr ruhig und bedacht. Nach außen hin wirkt er ängstlich und mahnt auch häufig zur Vorsicht. Er hat den Vorteil, alles zu erfassen und alle Eventualitäten zu bedenken. Neben einem Plan B hat er auch immer noch mehrfach redundante Pläne C-Z parat, was gerade im Diebesgeschäft dafür sorgt, dass jeder bisher heil aus allen Schlammasseln entkommen ist. Er reflektiert mit den anderen auch gerne darüber, was man an der zukünftigen Planung verbessern kann und baut dies in weitere Pläne ein.

Merva ist die einzige Frau in der Diebesbande und benimmt sich ein wenig wie die Rote Zora. Die 17jährige ist sehr tatkräftig und brachte auch das Schiff mit, nachdem sie mit ihrem kleinen Bruder Taki damit vor ihrem Vater, einem Karawanenräuber, geflohen war. Sie gilt in der Diebesbande als Kapitän, während Ninus für die künstlerische Leitung der Diebstähle verantwortlich ist. Merva ist relativ eitel und unnachgiebig, in Wirklichkeit sorgt sie sich aber sehr um das Wohl ihrer Freunde. Außerdem ist sie die Pilotin, wenn es darum geht die Ocean Cloud zu fliegen und gleichzeitig gibt sie die Anweisungen an ihre Crew. Nebenbei beherrscht sie den Nahkampf.

Fanta ist ein naseweiser, streitsüchtiger und besserwisserischer Zeitgenosse, der die Gruppe oft aufmischt. Dennoch ist er enorm hilfsbereit und die Zuverlässigkeit in Person. Trotz seiner 15 Jahre kann alles mit Technik und ist ein Genie auf diesem Gebiet. Er hat die »Ocean Cloud« wieder flugtauglich gemacht, ein Flugzeug gebaut und kennt sich mit Funkgeräten, Verschlüsselungsmechanismen und Alarmanlagen bestens aus. Ohne ihn wären viele Aufträge schlicht und einfach nicht machbar. So muss Technik!

Arthur ist der ehemalige Prinz von Trigonien, der genau an seinem 18. Geburtstag das Schloss räumen musste. Er besitzt seinen eigenen Kopf und ist in vielen Bereichen sehr naiv, da er glaubt, alles zu erreichen wäre simpel. Er verrät seine idealistischen Prinzipen nie und ist auch wenig offen für Neues. Insgesamt ist er vom Wesen her aber sehr neugierig. Im Umgang mit anderen ist er sehr humorvoll und freundlich, lässt sich aber auch sehr leicht verunsichern. Da er mit höfischer Etikette bestens vertraut ist und durch seinen Rhetorik-Unterricht richtig gut schauspielern kann, ist auch er eine gute Ergänzung für die Diebesbande. Auch seine selbstredenden Sprachkenntnisse in Französisch und Italienisch machen ihn zu einem wertvollen Mitstreiter.

Taki ist Mervas kleiner Bruder und ist unschlagbar, wenn es darum geht, Rätsel zu lösen. Zudem wird der Zehnjährige oft als Lockvogel missbraucht. Insgesamt liebt Taki die Ruhe. Er kümmert sich um die Küche, lernt Trompete und sorgt für seinen Kartäuserkater Tiger. Er ist jedem gegenüber höflich eingestellt und streitet nie. Auch den Prinzen nimmt er von Anfang an als vollwertiges Mitglied der Gruppe wahr, während es mit den anderen ständig zu Streitereien kommt.

Geschichtliches

Das Land »Trigonien« stellt sich vor

Die Geschichte von »Weltenbummler und Meisterdiebe« spielt in einer leicht veränderten Realität in den 1960er Jahren. Die Helden, also die Diebesbande rund um die genialen Meisterdiebe Ninus, Julius, Merva, Taki und Fanta kommen nämlich aus einem kleinen Alpenland, mit dem sich der folgende Artikel näher befasst.

Es existieren bekanntlich zwei Arten von Königen: Da hätten wir einmal den gütigen König, der mit einem Parlament regiert und seinen Bürgern Mitbestimmung durch Wahlen ermöglicht. Oder wir nehmen den absoluten König, der neben einem engen Kreis an Beratern niemand weiteren an der Spitze duldet. Zugegebenermaßen ist die letzte Kategorie in Europa nach Ende des Zweiten Weltkriegs äußerst rar geworden. Aber auch die parlamentarischen Monarchen erfahren nicht unbedingt Bestandsschutz. Ein Beispiel zeigt uns das kleine Königreich Trigonien. Dieses – zugegebenermaßen erfundene – Alpenland mit Mittelmeeranbindung ist der Ausgangspunkt unserer Abenteuer, also die Heimat der jugendlichen Diebesbande, um die sich das Hörspiel dreht.

Trigonien ist kein großes Land. Viele Menschen würden es wahrscheinlich nicht mal auf der Karte finden. Im Grunde vereint es aber das Hochgebirge mit der Küste und knappst sich dafür knapp 30 Kilometer Mittelmeerküste ab. Im ganzen Land leben rund eine halbe Million Menschen, davon gut die Hälfte in der Hauptstadt »Falkenfurt«. Falkenfurt ist eigentlich ein beschauliches Gebirgsstädtchen, aber durch die Industrialisierung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist die kleine idyllische Altstadt mit ihrem Schlossberg in der Mitte um einige Arbeiterviertel erweitert worden. Die Besonderheit der Stadt ist jedoch die Schwebebahn, die nicht nur die Arbeiter zu den Fabriken und Bergwerken am Stadtrand befördert, sondern auch als Touristenattraktion gilt.

Nicht weit entfernt von Falkenfurt befindet sich der »Dreikopf«, der mit stattlichen 2800 Metern den höchsten Gipfel Trigoniens markiert. Er stellt aufgrund seines dreigeteilten Gipfels einen besonderen Reiz für Bergsteiger dar, wird aber aufgrund des anspruchsvollen Anstiegs nur selten erklommen. Auf halber Strecke im Dreikopfmassiv liegt die Almhütte »Dreikopfhaus«, die auf gut 1600 Metern ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer ist. Nochmal gut 400 Meter höher hinter einem weiteren Gipfel liegt der Vogelsee, der wohl höchste Bergsee des Landes. Was es damit wohl auf sich hat?

Denn die Titelhelden, unsere Meisterdiebe, verfügen über ein flugfähiges Forschungsschiff, welches natürlich nur im Wasser landen kann. Da der Vogelsee von allen Seiten nahezu uneinsehbar ist und man ihn nur durch einen äußerst gefährlichen Aufstieg durch eine Klamm erreichen kann, liegt die Vermutung nahe, dass dieser wohl ein heißer Kandidat für den Ankerplatz des fliegenden Diebesschiffes ist.

Um nun aber wieder den Bogen zurück zu den Geschehnissen rund um das Königshaus zu spannen: Die trigonischen Bürger haben ihre Monarchie abgewählt. Zu teuer, zu langsam, zu altmodisch. Aufgrund der demokratischen Strukturen, die ihnen der aktuelle König Gregor von Löwenthal zugesichert hat, bieten Volksentscheide hier sogar die Möglichkeit, die Verfassung zu verändern. Doch damit nicht genug: Die königliche Familie wird nicht nur all ihrer Ämter enteignet, sondern auch all ihrer Besitztümer. Das bedeutet: Der König wird samt Königin und den beiden Kindern, dem 18jährigen Thronfolger Prinz Arthur und der neunjährigen Prinzessin Johanna, vor die Tür gesetzt. Ohne ein Dach über dem Kopf sind die vier von nun an auf sich allein gestellt.

Wie gut, dass Arthur ein paar Geheimgänge ins Schloss kennt, von denen außer ihm sonst niemand weiß. Eines Abends schleicht sich der junge Thronfolger in das Schloss, um dort eine Kiste Spielzeug zu bergen, die er als Kind unterhalb der Gemäldegalerie versteckt hat. Arthur wählt dafür einen Zeitpunkt, an dem ein Ball zu Ehren des neuen Präsidenten im Schloss abgehalten wird. Durch die Festivität hat er freie Bahn. Doch nicht nur der junge Prinz hat sich diesen Termin gut überlegt, sondern auch die Diebesbande. Durch die Ablenkung aufgrund des Balls können sie mit einem raffinierten Plan in die Gemäldegalerie einsteigen und Teile ihres wertvollen Inhalts entwenden. So zumindest der sehr genau und akribisch vorbereitete Plan. Doch sie haben die Rechnung ohne Arthur gemacht.

Er läuft den Dieben in die Arme und ist so entsetzt, dass diese die königliche Gemäldesammlung entwenden, dass er die Wachen herbeiruft. Allerdings hat Arthur dabei ganz vergessen, dass er nicht mehr der Prinz ist und sich auch im Schloss nicht mehr aufhalten darf. So wird er gleich mitverhaftet und mit den anderen gefangen gehalten. Der neue Präsident Rasputin Walderschwang ist hocherfreut, den Königssohn samt Dieben auf frischer Tat ertappt zu haben. Er schiebt dem Prinzen die Mittäterschaft in die Schuhe. So kann er der königlichen Familie noch eines reinwürgen. Er lässt die Einbrecher in das alte Schlossverließ sperren. Am nächsten Morgen würde sich die Polizei um sie kümmern.

Dies ist gleichzeitig der Anfang der Geschichte um »Weltenbummler und Meisterdiebe«. Wie es weitergeht und was noch alles passiert, erfahrt ihr im fertigen Hörspiel, das voraussichtlich am 5. Dezember dieses Jahres erscheinen wird. Weitere Einblicke geben Euch die angefügten Konzept-Arts sowie weitere Artikel, die noch kommen werden. Beim nächsten Mal stelle ich Euch die Figuren genauer vor. Habt Spaß beim Stöbern!

Die Stille der Berge

Geräuschaufnahmen (2)

Mitten in den Alpen auf knapp 2000 Metern Höhe befindet sich das Diebesversteck der Helden von »Weltenbummler und Meisterdiebe«. Fernab vom Trubel der Großstädte, aber auch fernab von der zischenden Brandung des Meeres. Eine Gegend, die so hoch liegt, dass sich aber auch kaum mehr Vögel dahin verirren. Nur noch die ruhigen Wogen eines Bergsees, der Wind und das gelegentliche Summen von Bienen sowie das Blöken der Bergschafe umgibt das Refugium der Helden. Die Geräuschkulisse soll für das Hörspiel natürlich genau diesen Ort wiederspiegeln und so komme ich nicht umhin, mir meine mobile Aufnahmetechnik zu schnappen und einen Ort zu suchen, der eben so klingt. Eine Leidenschaft fürs Bergsteigen hilft dabei ungemein.

Diesen Ort zu finden, an dem die entsprechende Stille ohne Nebengeräusche von Touristen, Autobahnen und/oder Flugzeugen vorherrscht, ist auch in den Alpen gar nicht mal so einfach. Der Königssee liegt zwar wunderbar abgeschottet in den Bergen, doch die A8 verläuft kaum 10 Kilometer entfernt und der Besucherstrom ist auch nicht zu unterschätzen. Eine richtig ruhige Aufnahme wird hier wohl kaum möglich sein. Ganz anders das »Steinerne Meer«. Dieses über 2000 Meter Meereshöhe liegende Hochplateau bietet nicht nur die passende Akustik, sondern auch eine unfassbare Landschaft. Die Freunde Julius, Werner, Sascha und meine Wenigkeit planten also eine Route – von Saalfelden im Steinernen Meer den Hüttenweg hoch zum »Riemannhaus«. Das Riemannhaus, eine äußerst komfortable Berghütte des Alpenvereins, liegt quasi am Eingang zum Steinernen Meer und bietet einen wunderbaren Blick nach Süden. Dann den »Eichstätter Panoramaweg« entlang, quer durch das Steinerne Meer bis zum »Ingolstädter Haus«, einer ebenfalls wunderschönen und sehr großen Berghütte, die auch unser Nachtquartier beinhaltete. Von dort aus kann man an schönen Tagen sogar bis zum Königssee hinunterblicken. Dann am nächsten Tag wieder mitten durch das Hochplateau und wieder nach Saalfelden zurück.

So also die Theorie. Ein sehr steiler Hüttenweg führt von Mariaalm bei Saalfelden zum Riemannhaus hinauf. Zwar gibt es eine Materialseilbahn, damit die Bewirtung in 2000 Meter Höhe möglich ist, allerdings ist diese nicht für Menschen oder Tiere gedacht. Der einzige Weg nach oben ist ein seilgesicherter Felssteig. So etwas ist für den erfahrenen Bergsteiger natürlich nicht dramatisch – für den erfahrenen Bergsteiger und 45 Kilogramm Gepäck auf dem Rücken und dann noch bei Regen hingegen sehr wohl. Schließlich mussten drei Mikrofon-Stative, vier Mikrofone und auch die ganzen Kabel dafür mit. Der Field-Rekorder selbst war dabei noch das leichteste Gepäckstück. Er kam bei einer Bergquelle während des Aufstiegs auch bereits erstmalig zum Einsatz.

Als wir den glitschigen Felssteig überwunden hatten wurden wir aber mit einem sagenhaften Ausblick belohnt. Auf dem Riemannhaus gab es erst einmal eine stärkende Kaspressknödelsuppe. Das ist bei so einem Wetter ein Hochgenuss. Denn nun stand noch der schöne Eichstätter Panoramaweg an, allerdings in einem nicht enden wollenden Graupelschauer. Wir sahen zu, dass wir noch bis zum Einbruch der Dunkelheit das rund drei Stunden entfernte »Ingolstädter Haus«, unser Nachtquartier, erreichen. Bei unserer einzigen Rast nutzte ich die Gelegenheit, um die Stille des Hochplateaus erstmalig aufzuzeichnen. Als wir im Ingolstädter Haus ankamen, hatten wir Glück, dass – wohl aufgrund des schlechten Wetters – noch Betten in der Nothütte frei waren. Sonst hätten wir wohl aufgrund des Zulaufs mit Hüttenschlafsack auf der Eckbank der Wirtsstube nächtigen müssen. Reservieren lohnt also auch hier.

Der folgende Tag hingegen konnte vom Wetter kaum herrlicher sein. Die Landschaft der zerklüfteten Felswüsten und die Ruhe waren atemberaubend. Letztere wurde nur durch die – aufgrund des schönen Wetters – Scharen an Wanderern gestört. Apropos gestört: Verkehrsflugzeuge – sind sie auch noch so weit oben – sind in dieser Ruhe sehr wohl hörbar. Ich kann zwar die Aufnahmen größtenteils verwenden, aber ab und zu stört ein vorbeigleitendes Passagierflugzeug doch sehr beträchtlich. Wir sind eben immer noch in Mitteleuropa und da ist der Flugverkehr äußerst dicht. Daher habe ich für das Hörspiel einige Hintergrundatmos aus Neuseeland zugekauft. Dennoch war das Steinerne Meer ein lohnender Ausflug. Auch wenn mein Rücken aufgrund der Gepäcklawine auch noch zwei Wochen nach dem Trip wehgetan hat.

In die bei diesem Ausflug entstandenen Geräuschaufnahmen kann hier in einem kurzen Ausschnitt reingehört werden. Noch beeindruckender sind aber die Bilder. Danke an Sascha und Julius. Ich kann nur jedem empfehlen, einen Ausflug ins »Steinerne Meer« zu unternehmen. Nehmt dann allerdings nicht so viel Gepäck mit!